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Mein 20. Berufsjubiläum

Vor gut 20 Jahren – die Mauer war gerade gefallen und die Deutsche Einheit noch nicht vollzogen – habe ich in diesen Redaktionsräumen meine ersten Erfahrungen als Journalist sammeln dürfen. Am 2. Mai 1990 trat ich zunächst eine Stelle als Volontär bei den Mitteldeutschen Neuesten Nachrichten in der Leipziger Thomasiusstraße an. Geschrieben wurde noch auf Schreibmaschine, die Zeitungsseiten von den Redakteuren selbst mit dem Punktlineal layoutet. In einem Nachbarraum saßen mehrere ältere Damen, die unsere Artikel abtippten, um sie auf Lochbänder zu bannen, mit denen dann die Setzmaschine der LVZ-Druckerei gefüttert wurde.

Nur wenige Monate später, im Sommer 1990, wurde das Parteiblatt der ehemaligen “Blockflöte” NDPD lautlos eingeschläfert, die alte Technik verschrottet, das Lochband-Kollektiv entlassen. Die gesamte jornalistische Besatzung ging samt Redaktionsräumen jedoch in die Hände des Madsack-DuMont-Joint-Ventures Neue Presse/EXPRESS über. Zu meinem Glück wurde beim Personal nicht genau hingesehen, auch der Volontär bekam eine feste Stelle als redaktioneller Mitarbeiter – für satte 1500 Westmark im Monat. Meine Miete damals: 30 Mark. Ich war also reich!

Hier habe ich einen Spiegelartikel aus der Zeit gefunden, der die Situation in etwa beschreibt.

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