Kategorie-Archiv: Meinung

Abgemahnt und abgezockt – die Schmarotzer im Geschäftsbetrieb

Sieht aus wie vom Finanzamt – aber Vorsicht: Diesen “Bescheid” muss man nicht bezahlen!

Ich bin sehr gern Verleger und Journalist. Unangenehm wird mein Berufsleben aber, wenn unser Verlag Opfer von Geschäftspraktiken wird, die einzig darauf abzielen, uns Geld aus der Tasche zu ziehen – mit halblegalen Tricks, wie Abmahnungen und fragwürdigen „Dienstleistungen“. Darüber möchte ich hier berichten.

Eher lustig ist der Brief, der unseren BUCHFUNK Verlag kürzlich erreichte: Auf finanzamt-grauem Papier mit offiziell wirkendem Briefkopf wird darin der Eintrag in ein Online-Firmenverzeichnis unter gewerbeauskunft-zentrale.de angeboten. Im Kleingedruckten steht, dass für den Eintrag 569,06 Euro fällig werden und der Vertrag gleich für zwei Jahre gilt. Knapp 1.140,00 Euro für (fast) nichts – Abzocke, meine ich. Ob mich die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH nun wegen des Wortes „Abzocke“ abmahnen kann? Ich nehme es vorsorglich zurück. Weiterlesen

Über Facebook labern

Im aktuellen FOCUS äußert sich die Psychotherapeutin Franziska Kühne aus Berlin in einem Interview zum Thema “soziale Netzwerke”. Dass in diesem Zusammenhang viel dummes Zeug verbreitet wird, ist nichts Neues. Aber Frau Kühne soll hier als Objekt einer Untersuchung dienen, wie es Plauderer immer wieder schaffen, sich mit in Büchlein, Interviews und Talkshow-Äußerungen verbreitetem Halbwissen in die Öffentlichkeit zu drängen. Weiterlesen

Religiöse Gefühle sind nicht verletzbar

Über den vergeblichen Versuch, Gott schützen zu wollen

Die Diskussion über die Verletzbarkeit religiöser Gefühle ist vermutlich so alt wie das religiöse Gefühl selbst. Dazu habe ich einen interessanten Artikel im Online-Archiv der ZEIT entdeckt, den ich hier gern zum Lesen empfehlen möchte. Manfred Seiler schreibt dort vor mehr als 20 Jahren:

“Der Verdacht wirkt nicht unbegründet, daß das religiöse Gefühl benützt wird, um politische Ziele zu verfolgen; beispielsweise die gar nicht so selbstverständliche Verflechtung von Staat und Kirche enger zu knüpfen, um den schwindenden Einfluß der Kirche im gesellschaftlichen Leben durch mehr Beteiligung an der politischen Macht auszugleichen.” Weiterlesen

Journalismus und Religion

Grundsätze für den journalistischen Umgang mit Religionen*

Das Problem

Durch die gesellschaftliche Akzeptanz der größeren Religionen sehen sich Journalisten (zumindest die Kolleginnen und Kollegen bei Massenmedien) als Teil dieser Gesellschaft oft gezwungen, die religiösen Glaubensinhalte faktisch als wahr zu akzeptieren oder sie zumindest nicht öffentlich in Frage zu stellen. Daraus resultiert ein andauerndes Dilemma: Schöpfung, Jungfrauengeburt, die Dreeinigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist, die Auferstehung von den Toten, Sabbat-Gebote, das ewige Leben etc. sind für atheistische Journalisten (und viele eingetragen christliche Kollegen) natürlich Quatsch. Trotzdem ist es in der Regel nicht erwünscht, dies in den Publikationen auch anzusprechen. Weiterlesen